MI 18.11.2009 KomPASS-Fachtagung

Kompetenzentwicklung für mehr Qualität im Gesundheits- und Sozialwesen

Aufgrund des demografischen Wandels und der Zunahme chronischer Erkrankungen wird die Versorgung von Patienten zunehmend komplexer und stellt neue Anforderungen an die Zusammenarbeit der Berufe im Gesundheits- und Sozialbereich.
Welche Kompetenzentwicklung braucht Kooperation? Dieser Frage widmeten sich rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Personalentwicklung und Praxis der Sozialen Arbeit, der Pflege und der Gesundheitsberufe auf der KomPASS-Fachtagung am 18. November im Ravensberger Park in Bielefeld. Im Forschungsverbund KomPASS arbeiten Forscherinnen und Forscher der Fachhoch- schule Bielefeld (Fachbereiche Wirtschaft und Gesundheit sowie Sozialwesen) zum Thema Kompetenzentwicklung in diesen Berufsfeldern zusammen.

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„Kooperation gelingt nicht zwischen Tür und Angel, sie braucht eigene Ressourcen, z.B. Zeit für gemeinsame Fallbesprechungen und externe Beratung. Wie ist Kooperation möglich, wenn die Berufe des Gesundheits- und Sozial- wesens aktuell in Konkurrenz um knappe Ressourcen stehen?“ so die Veranstalterinnen – Prof. Dr. Annette Nauerth, Prof. Dr. Ursula Walkenhorst und Dr. Kordula Marzinzik – in ihren Eingangsthesen.

„Kooperation braucht transdisziplinäres Denken“, darauf wies Prof. Dr. John Erpenbeck von der Steinbeis-Hochschule in Berlin in seinem einführenden Vortrag zu „Individualität und Interprofessionalität“ hin. Prof. Dr. Marianne Friese von der Uni Gießen skizzierte anschließend das Spannungsfeld, in dem sich die Berufe des Gesundheits- und Sozialwesens momentan befinden. Einerseits würden sie auf Grund der Alterung der Bevölkerung und dem Anstieg chronischer Krankheiten stark nachgefragt, andererseits seien sie von zunehmend prekären Arbeitsbedingungen betroffen und bräuchten dringend weitere Qualitätsentwicklung.


In den anschließenden Foren nahmen die Referentinnen und Referenten die Anforderungen an interprofessionelle Kooperation aus Perspektive der Nutzer/innen sowie die Vermittlung entsprechender Kompetenzen in Aus-, Fort- und Weiterbildung in den Blick. Der Umgang mit potentiellen Konflikten bei der Zusammenarbeit sowie neue Anforderungen an Leitungskräfte und Personal- entwicklung waren Themen verschiedener interaktiver Workshops. Die abschließenden Statements im Plenum aus der Wissenschaft, der Patienten- beratung, dem Projektmanagement und der Personalentwicklung zeigten deutlich, dass interprofessionelle Kooperation gemeinsame Interessen aller Beteiligten benötigt und nur dann funktioniert, wenn genügend Ressourcen zur Verfügung stehen.


Die Beiträge der Referent/innen der Tagung können die Teilnehmer/innen der Tagung hier abrufen!