MI 27.10.2010 Fachtagung: Übergänge im Lebenslauf erfolgreich gestalten

 

 

Mehr als 100 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Personal- entwicklung, Berufspädagogik, Soziale Arbeit, Pflege und Gesundheit sowie Studierende aus diesen Fachbereichen trafen sich am 27. Oktober 2010 in der Hechelei im Ravensberger Park in Bielefeld. Ihnen bot die dritte Fachtagung der Kompetenzplattform KomPASS einen differenzierten Blick auf die verschiedenen Übergänge im Lebenslauf und die Möglichkeit, den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu vertiefen. Den Schwerpunkt der Tagung stellten zentrale Übergangs- phasen in den Bereichen Bildung und Arbeit und insbesondere die Frage nach einer Gestaltung von gelingenden Übergängen dar. Dabei war der Blick insbesondere auf Forschungs- und Anwendungsfelder aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich gerichtet.

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In den Eingangsreferaten und nachfolgenden Foren präsentierten Referent/-innen aus Wissenschaft und Praxis Ergebnisse aktueller Studien sowie Erfahrungen aus Praxisprojekten zu bedeutsamen Übergängen und luden zur fachlichen Diskussion ein. Dabei ging es in den thematischen Foren neben dem Übergang von der schulischen in die berufliche Ausbildung um Übergänge innerhalb des Berufslebens, berufliche und biographische Umbrüche sowie den Übergang in die letzte Lebensphase.

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Aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen und Professionen wurden spezifische Problemlagen, Rahmenbe- dingungen und individuelle Kompetenzen im Zusammenhang mit verschiedenen Übergangen beleuchtet:

 


Mit dem Übergang von der schulischen in die berufliche Ausbildung beschäftigte sich Prof. Dr. Wolfgang Beelmann (Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Bielefeld). Ergebnisse seiner empirischen Studie zeigen einen hohen Anteil ineffektiver Bewältigungsstrategien der befragten Jugendlichen. Während die Eltern in dieser Phase für die Jugendlichen die wichtigsten Unterstützungspersonen dar- stellen, bieten professionelle Übergangsbegleiter - wie Lehrer oder begleitende Einrichtungen - nur ein mittleres bis unzureichendes Maß an Unterstützung. Ansatzpunkte für eine verbesserte Begleitung setzen zum einen an der Person an - beispielsweise mit Hilfe pädagogisch-psychologischer Trainingsprogramme. Als zweite Möglichkeit empfiehlt Beelmann, an der Situation anzusetzen: „Beratungs- angebote von begleitenden Institutionen sollten sowohl im Hinblick auf die Quantität („ein Mehr“) aber auch unter qualitativen Aspekten (Angebote psycho-sozialer Beratung) passgenauer gestaltet werden.“


mathilde_niehausProf. Dr. Mathilde Niehaus (Universität zu Köln) stellte zwei Studien zu förderlichen und hinderlichen Bedingungen des Übergangs von der Schule in die betriebliche Ausbildung von Jugendlichen mit Behinderungen vor. Es zeigte sich: Die Integrations- und Teilhabe- chancen der Jugendlichen steigen durch mehr Information zu rechtlichen Rahmen- bedingungen und Fördermöglichkeiten Ihrer Beschäftigung, durch Unterstützung der betrieblichen Akteure sowie durch Kooperation und Vernetzung zwischen Betrieben, Schulen, Integrationsämtern und Agenturen.

 

kieselbachProf. Dr. Thomas Kieselbach stellte Empfehlungen der EU-Expertengruppe HIRES zur Gesundheit der Mitarbeiter / innen bei Unternehmens- restrukturierungen vor: Das Ergebnis betrieblicher Umstrukturierungen sollten nicht nur „wirtschaftlich gesunde Unternehmen“, sondern gleichzeitig „Unternehmen mit gesunden Mitarbeitern“ sein. Deshalb plädierte Kieselbach für sozial sensible Restrukturierungsmaßnahmen - wie die rechtzeitige und frühe Einbeziehung der Beschäftigten. „Meist erfahren es die Mitarbeiter immer noch aus der Zeitung.“ Auf der anderen Seite rät er, die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter/innen zu trainieren, um deren Bereitschaft für Flexibilität und Veränderungen zu wecken. Prof. Dr. Kieselbach ist Mitglied des Vorstands der Internationalen Kommission für Berufliche Gesundheit.

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Die Beiträge der Referent/innen der Tagung können die Teilnehmer/innen der Tagung hier abrufen!